Protokoll zum KYC-Clubabend vom 5. Juni 2018

Zu unserem Clubabend vor der Sommerpause versammelte sich zahlreiches Publikum, was sicher auch dem interessanten, vielversprechenden Inhalt des Vortrages von Harald Melwisch geschuldet war.

Zunächst konnten wir jedoch, dank der Expertise von Dominik, eine Verbindung zu Hans Radl herstellen, der sich zur Zeit auf einem Törn in den Lofoten befindet und in einer Liveübertragung Eindrücke von der Yacht und vom befahrenen  Seegebiet gewinnen.

Die Moderation des Clubabends übernahm Martin Kohlmaier, der wieder neue Clubmitglieder begrüßen durfte, unter ihnen Ernst Johann Ringhofer, Autor des „Freizeitskippers“, einer Ringbroschüre mit sämtlichen wissenswerten praktischen Agenden für die Seefahrt: www.freizeitskipper.at  office@freizeitskipper.at .
Achtung: Der KYC hat einen Ermäßigungscode für den Erwerb des „Freizeitskippers“ bekommen. Wer ihn erwerben will sende ein Email an harald.melwisch@kabsi.at und bekommt den Code.   

Weitere  Newcommer: Michael, Martin, Mirko und Reinhard, vier Interessenten für den FB2 Kurs im November. Auch erfolgreiche AbsolventInnen der Prüfungstörns vom April und Mai waren anwesend.

Eine Gedenkminute erinnerte an Peter Velisek, der zu den Gründungsmitgliedern des KYC zählte.michael, martin, mirko. reinhard

Das Jubiläum zum 25jährigen Bestehen des Clubs wird am 15. Und 16. Juni 2019 begangen und soll, dem Anlass gemäß, gefeiert werden. Wir wissen noch nicht genau was wir organisieren wollen, aber zur Organisation ist es erforderlich zu wissen wieviele Personen teilnehmen werden.

Daher die Bitte an alle Mitglieder:
Schreibt ein kurzes Mail an harald.melwisch@kabsi.at wenn ihr bei dieser Feier mitmachen wollt und mit wievielen Personen!
  
Vorschläge für geeignete Aktivitäten und Unternehmungen werden aus den Reihen der Clubmitglieder erbeten, an harald.melwisch@kabsi.at

 Die 3 Wochen der Praxisausbildung, vom 28. April bis 19. Mai im Raum Murter, wurden abwechselnd von Harald, Martin und Michael geleitet und konnten die Prüfungskandidaten zum erfolgreichen Abschluss führen. Fotos zeigten die intensive Vorbereitung und ernsthafte Beschäftigung mit nautischen Agenden, inclusive der, von Harald erstellten Ablenkungstabelle.

 Bezüglich der nun geltenden Datenschutzgrundverordnung wurden von Harald Melwisch alle KYC-Mitglieder über die gespeicherten und gegebenenfalls weitergereichten persönlichen Daten informiert.

 Das KYC-Kochbuch wird weiter komplettiert und gebeten dazu Beiträge einzusenden. Dominik wird neuerlich den Link für die Eintragungen versenden. Ein Foto des Kochs und der Speise sind erwünscht.

 Das defekte Navtexgerät soll demnächst durch eine Neuanschaffung ersetzt werden.

 Christian Trepetschnigg gab den neu vereinbarten Termin für das Sicherheitstraining mit Christian Kargl bekannt: 29. und 30. September. Es werden noch Teilnehmer gesucht, Meldungen an: christian@trepetschnigg.at

 Die neuen KYC-Aufkleber wurden schon auf den im Umkreis des Clublokales geparkten Autos gesichtet, deren Nummern erhoben und solcherart der Verlosung eines Clubartikels zugeführt. Die Ziehung erfolgte in der Pause von einer „Glücksfee“ die dem Gewinner zu ersichtlicher Freude Anlass gab.

 In seinem Vortrag zur Geschichte der Seekarte spannte Harald Melwisch einen weiten Bogen über die Jahrtausende der Seefahrt, von prähistorischen Anfängen bis heute. Mit Erstaunen blicken wir auf die Unternehmungen der Menschen, die früher nur auf Sicht ohne wesentliche nautische Orientierungshilfen die Meere befuhren. Das von der Evolution begünstigte Vogelauge besitzt auch Rezeptoren für den Erdmagnetismus und leitet auch bei schlechter Sicht zum Ziel. Menschen mussten sich in mühsamer naturwissenschaftlicher Entwicklung bis zum heutigen Standard  vorarbeiten. Harald referierte über die wesentlichen Wendepunkte in den  Erkenntnissen zur weltweiten Seefahrt.  Schon in der Antike existierte Wissen über die Gestalt der Erde und Beschreibungen von Küsten und Häfen. Eratosthenes konnte schon 309 v.Ch. anhand des unterschiedlichen Einstrahlungswinkels der Sonne von ca. 7 Grad  und derEntfernung zwischen Alexandrien und Assuan die Kugelform der Erde eruieren und ihren Umfang von ca. 40.000 km berechnen. Die Chinesen verwendeten den Magnetstein, der auf einem Stück Holz in einer wassergefüllten Schale schwamm zur Orientierung, allerdings nicht auf See. Eine Beschreibung der Küsten und Häfen des Mittelmeeres, Arabiens bis Indien erschien 100 n.Ch. im „Periplus“.150 n.Ch. entwarf  Ptolemaeus ein Koordinatensystem mit Breitenkreisen und Meridianen. Crates, 150 n.Ch., forderte aufgrund von philosophischen Spekulationen, dass die Erde im stabilen Gleichgewicht bleibe, Landmassen im Süden und Westen, die aus heutiger Sicht, eine überraschende Ähnlichkeit mit den Kontinenten Amerikas und der Antarktis aufwiesen. In Europa begann die grafische Darstellung zur Navigation mit den „Portolanen“. Die Carta Pisana aus 1280 stellt die erste erhaltene Seekarte dar. Ab ca. 1000 n.Ch. wurde auch in Europa der Gebrauch des Kompasses durch konstruktive Verbesserungen für die Verwendung auf Schiffen ermöglicht. Die Portolankarten wiesen ein 32-teiliges Strichkoordinatensystem und Entfernungsangaben auf  nach dem Ziele über See sicher erreicht werden konnten. Die Orientierung nach dem Kompass verlor allerdings ihre Bedeutung, als in Unkenntnis der sich ändernden Missweisung, die Portolane nicht mehr stimmten. Ozeanfahrten konnten nur mithilfe von Astrolabien, bzw. dem Jakobsstab entlang der Breitenkreise und mittels „Gießens“ durchgeführt werden. Erst die Entdeckung der Ursachen für die Kompassfehler, aber besonders durch die Entwicklung der Kartographie wurde die Navigation verbessert. Die epochale Leistung des Kupferstechers Mercator, der, gegründet auf die Erkenntnis der Loxodrome durch John Dee, seine geniale Projektionsverzerrung in eine Karte übertrug, ermöglichte eine einfache gerade Kurslinie zwischen zwei Orten zu steuern. Die Werte der Verzerrung fand er in einer grafischen Konstruktion, die erst viel später auch mathematisch bewiesen wurde. Die Bestimmung der geografischen Länge gelang erst mit der Konstruktion genauester Uhren, durch den Engländer Harrison mit seiner H4 im Jahre 1773. Mit der Festlegung des 0-Meridians durch Greenwich in London wurde 1884 das bis heute gültige Koordinatensystem über die Erde gelegt.

Durch die vectorielle Darstellung und die Computerberechnung hat die orthodrome Navigation Einzug gehalten, sodass die Mercatorprojektion an Bedeutung verliert.

Für die sichere Seefahrt sind allerdings bis heute und in Zukunft exakte Angaben in Seekarten, elektronischen, wie Papierkarten erforderlich, die dem IHO S-44 Standard (International Hydrographic Organisation) genügen müssen und in aufwändigen Vermessungsfahrten erhoben werden. Die Bedeutung von Papierkarten schwindet, das BHS stellt die Produktion von Sportbootkarten ein, der internetbasierte  Zugriff auf Meeres-und Küstendaten in international verbindlichen Standards ermöglicht umfassende Informationen über Kartentiefe, Betonnungen, Strömung, Schifffahrtshindernisse, uva.mehr, wovon auch Freizeitskipper profitieren werden (www.geoseaportal.de).

Harald konnte uns in seinem Vortrag eine profunde Kenntnis der Geschichte der Kartografie vermitteln und betonte, dass wir heute an einer Wende und einem Paradigmenwechsel in der Navigation angelangt sind.

 Mit besten Wünschen für nautische Unternehmungen während der Sommersaison und einem spaßigen Video schloss der Clubabend bis zu unserem nächsten Treffen am 4. September!

KING YACHTING CLUB

 KYC-Logo 258 breit

King Yachting Club

 

der Yachtclub im Süden von Wien ! 

termin Nächster Club-Abend am 4.9.2018, ab 18:30! Ort: Restaurant "Juhasz" , Mödling, Grutschgasse 4

Shop

Jetzt neuer Stander!! 10€