Protokoll zum KYC-Clubabend vom 2.Juni 2026
Der Clubabend vor der Sommerpause war wieder, hauptsächlich von Stammgästen, gut besucht, aber wie immer kamen auch diesmal neue Aspiranten hinzu.
Der angekündigte Vortragstitel mit der etwas kryptischen Ansage: „YRSA: Was passiert wenn man einen Schmied auf ein 125 Jahre altes Segelschiff loslässt“ versprach einen ungewöhnlichen Zugang zur Seefahrt.
Wir behandelten vorerst clubinterne Themen:
Petra bot Restbestände von Clubartikeln an: Hauben, Softshell Jacken, Stander zum Aufbügeln,
Neu im Sortiment ist der aufbügelbare Stander für 1€. Sieht gut aus!
Klaus Naskau, erfahrener Donauskipper, schilderte seine Nachtfahrt von Tulln nach Wien und retour auf einer Zille. Besondere Umsicht und Vorsicht ist dabei geboten, aber auch genaue Kenntnis der Stromverlaufes und der Verkehrsregeln, da die nächtlichen Sichtverhältnisse die Orientierung erschweren. Als früherer Kapitän eines Passagierschiffes erlebte er überdies ein Phänomen, das in 2 Meter hohem Nebel über dem Wasser, bei sonstiger klarer Luft, bestand und damals die Rettung einer Person über Bord erschwerte. Auf seiner Zille bietet er, je nach Wetterbedingungen, für max. 4 Personen nächtliche Fahrten an: Klaus@naskau.com
Die Midweek KYC Regatta auf der Alten Donau ist im Gange und Manfred Böhmer nimmt noch Meldungen entgegen manfred.boehmer@gmx.at Je Boot sind Euro 30.- zu berappen, der KYC sponsert die ersten 10 Boote.
Die Kuffner Sternwarte in Wien 16; Johann Staudgasse 10, bietet jeweils am Montag 18 Uhr Vorträge an:
15. Juni: Themenfeld Nachtlicht
22.Juni: Dichtung zur Dunkelheit
29.Juni: Steht der Wetterbericht in den Sternen?
Barbara Steiner wird an einem der folgenden Clubabende ein speziell für Segler geeignetes „SailProof“ Tablet vorstellen.
Grüße von KYC Crews erreichten uns von Martin aus Finnland, von Beate, Markus, Manfred und Christian aus „Kalimera“, und Katarzyna aus Amsterdam, die von dort nach Helgoland skipperte.
Erinnert wird an die Sommertermine des KYC:
11.Juni: Der KYC auf der Donau. Treffpunkt um10 Uhr an der Anlegestelle Hainburg.
8. August: Der KYC am Berg: Meldungen noch möglich! martin_kohlmaier@aon.at
Ein sogenanntes MASS, ein maritimes autonomes Seeschiff ist bereits als offiziell angemeldetes in Großbritannien im Einsatz. Harald gibt zu bedenken welche Konsequenzen diese Technologie nicht nur für die KVR mit sich bringt: Neuformulierung des Wortlautes der KVR, rechtliche Probleme, Haftungsfragen,...
Nun, zu Beginn des Vortrages von Ulrich Jacubec, stellt sich die Frage wie kommt ein Schmiedemeister aus dem nördlichen Waldviertel zur Seefahrt und zu einem 125 alten Segelschiff. Schon in der griechischen Mythologie wird die schmerzhafte Erfahrung eines Schmiedes, Hephaistos, Gott des Feuers und der Schmiedekunst, mit dem Meer erwähnt. Er fiel vom Olymp bei Lemnos ins Meer, wurde dort von Thetis und Eurynome aufgezogen. Ulrich selbst ist Segler seit Kindheitstagen. In ihm reifte seit Jahren der Wunsch nach einem Traditionssegler. Dass dieses Projekt nicht ohne Schmerz oder Enttäuschungen zu verwirklichen wäre war ihm klar. So wie Hephaistos die Schmiedegesellen Bia, die Kraft und Kratos, Stärke, zur Seite hatte, machte er sich mit Kraft und Stärke an das Projekt. Und das erforderte nicht nur physische Kraft, auch mentale Stärke, finanzielle Ressourcen und psychische Resilienz. Die Suche nach einem Schiff nach seinen Vorstellungen fiel schließlich auf ein 1901 in Marstal auf Aerö gebautes, 70 Tonnen wiegendes Boot. Dieses, ursprünglich als sog. „Quarze“ gebautes Fischerboot, diente dem Lebendtransport von Fischen. Nach bewegter Geschichte, Umbenennungen von “Dannebrog“, Name der königlichen dänischen Yacht, auf „YRSA“, der Bärin, begannen die umfangreichen Restaurierungsarbeiten in Schweden und Dänemark. Im Zuge dieser Arbeiten kamen versteckte Schäden zu Tage, die jedoch mit Beharrlichkeit und Einsatz körperlicher und finanzieller Kräfte überwunden wurden. Die auf Holzbauten spezialisierten Werften waren wertvolle, kompetente Helfer. 2023 war das Werk vollendet und konnten die seit langem geplanten Fahrten in Nord- und Ostsee unternommen werden. Auf dem Boot finden bis zu 9 Personen Platz. Törns können über die Homepage www.YRSA.at gebucht werden, Kontakt auch über yrsa@yrsa.at
Ulrich hat noch zahlreiche Projekte mit seiner Yrsa , wie ausgedehnte Fahrten, besonders in abgeschiedenen, kühlen Regionen, den Besuch von Traditionssegler Treffen, zB. in Brest vor. Mitsegler sind eingeladen, sich an anfallenden Arbeiten zu beteiligen und auf See aktiv bei der Navigation, Segelmanövern, Rudergehen, Kombüsendiensten, usw. mitzuwirken. Ulrich vermittelte uns einen Einblick in die Welt der Traditionssegelei, die er mit Energie und Hingabe an seinen Traum betreibt.
Franz

